Homberger Geschichte
Gebürtiger Homberger ist Hüter des „Grünen Gewölbes“
- Prof. Dr. Dirk Syndram -
Während meines Kurzurlaubes in Dresden war ich in einem Hotel westlich des Neustädter Marktes untergebracht. Vom Zimmer aus
haben die Gäste den „Canalettoblick“ auf die Altstadt Dresdens. Canaletto, (eigentlich Bernado Belotto), italienischer Maler und Radierer,
geboren am 30.01.1720 in Venedig, gestorben am 17.10. 1780 in Warschau, war ab 1746 Hofmaler in Dresden, der aus dieser Perspektive die Altstadt
von Dresden malte, wodurch der Begriff „Canalettoblick“ entstand.
Beim Blick aus dieser Sicht über die vorbeifließende Elbe und die Augustusbrücke sieht man die Stadtsilhouette mit den prächtigen Bauten,
wie z.B. die Frauenkirche, das Ständehaus, den Georgenbau mit dem Schloss und der Kathedrale; sie verdeutlichen die gelungene städtebauliche und
künstlerische Gestaltung des Schlossplatzes.
In einem dieser berühmten Gebäude, und zwar im Schloss, ist die Schatzkunst der Renaissance und des Barocks, bekannter unter dem Namen
des „Grünen Gewölbes“ untergebracht. Der Wiederaufbau des 1945 schwer zerstörten Schlosses begann im Jahre 1986 und hatte im Oktober 1991 mit
der Montage der Haube des Hausmannturmes einen ersten Höhepunkt. 1998 wurde der äußere Wiederaufbau (bis auf den Ostflügel an der Schlossstraße)
beendet; anschließend wurde der Ostflügel in Angriff genommen. Die Nutzung als Monument und Museum hat seit dem begonnen. Neben dem Grünen Gewölbe
ist dort auch das Kupferstichkabinett bereits untergebracht.
Direkt neben dem Schloss, im angrenzenden Georgenbau, empfängt mich der Direktor des „Grünen Gewölbes“ Prof. Dr. Syndram in seinem Arbeitszimmer.
Während der Unterhaltung erzählte er mir, dass er in Homberg geboren wurde. Seine Eltern betrieben – vielen Hombergern bekannt – ein
Lebensmittelgeschäft an der Lauerstrasse/Ecke Am Alefskamp. Er besuchte nach der Grundschule das Franz-Haniel-Gymnasium und machte dort sein
Abitur im Jahre 1975. Danach erfolgte ein Studium für Kunstgeschichte und ägyptische Kunst bis zum Jahre 1985 in Hamburg. Über die Tätigkeit
in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin und einem fünfjährigen Aufenthalt in Bielefeld kam Dr. Syndram 1993 nach Dresden und ist
seit dem Chef der Kunstschätze.
Nach seinen Worten gehört das „Grüne Gewölbe“ zu Dresden zu den wenigen Schatzkammern Europas, die ihren einstigen Bestand nahezu authentisch
bewahrt haben. Diese im Spätbarock durch August den Starken aus eigenen Erwerbungen und ererbten Sammlungsbereichen zusammengestellt Kunstsammlung
erlaubt auf ganz besondere Weise einen Blick auf das Wesen der Schatzkunst und auf die Veränderungen, die sie in der früheren Neuzeit durchlief.
Die Schatzkunst der Renaissance und des Barocks sind ein besonders glänzender Bestandteil der höfischen Kultur Europas.
Zum Abschluss der Unterhaltung war die Freude meinerseits groß, da ich ihn als Mitglied des Freundeskreises Historisches Homberg e. V. gewinnen
konnte.